Freitag, 23. November 2012

Tutorial: Walkmütze nach Klimperklein

Es gibt zwei Dinge, die ich beim Nähen besonders schätze: Walk als Material und die wunderbaren Schnitte von Pauline (Klimperklein). [hat man das schon gemerkt? ;-) ]

Daraus ergab sich ganz zwangsläufig, dass ich die Wendezipfelmützen aus Walk probiert und für gut befunden habe. Inzwischen erstreckt sich meine Erfahrung auf viele viele Mützen und da die Verarbeitung von Walk sich ja doch von anderen Stoffen unterscheidet, bekommt Ihr hier eine kleine Zusatzanleitung für die Wendezipfelmütze nach Klimperklein aus Walk. [auch wenn sie dann keine Wendemütze mehr ist]

Traut Euch ran - Walk ist ein ganz tolles Material! Ich liebe es, wie es sich anfasst und verarbeiten lässt. Der einzige Nachteil ist das Gefussel - nach einer Walkproduktion reinige ich meine Maschine immer einmal vollständig...

Um den richtigen Walk zu finden, lohnt es sich, die Händler mal nach Stoffproben zu fragen oder den guten Stoff bei Euch vor Ort im Laden zu kaufen. Gerade aufgrund des relativ hohen Preises sollte die Qualität schon stimmen. Ob Ihr richtige Wolle vor Euch habt, könnt Ihr relativ einfach testen: nehmt ein kleines Stück und verbrennt es auf einer Untertasse. Sollte Polyester beigemischt sein, erkennt Ihr das an den verschmorten Rückständen. Wichtig ist auch eine gewisse Elastizität - ich hatte bei zwei Händlern bestellt. Der eine hatte wesentlich mehr Farben, weswegen ich das zunächst ganz spannend fand. Leider jedoch war dieser Walk viel fester. Für andere Projekte eignet er sich trotzdem gut, aber grad bei der Mütze, die gut am Kopf sitzen muss, sollte eine gewisse Elastizität vorhanden sein.

So, genug des Vorgeplänkels. Los gehts mit der Mütze!

★ Zunächst schneidet Ihr nach Paulines Anleitung ganz normal zu. Ich vergrößere nichts am Schnitt. Die Innenmütze wird dann auch ganz normal zusammengenäht.


 ★ Bei der Außenmütze achte ich darauf, dass die Garnfarbe mit der des Walks übereinstimmt. Warum? Wenn man später das Bündchen annäht sieht man eventuelle Ungenauigkeiten nicht oder nur kaum- aber dazu später.

★ Die Fadenspannung stelle ich ein wenig niedriger ein. Das hat sich bei mir für diesen dicken Stoff bewährt.

★ Nun die "Größenregulierung": normalerweise wird die Mütze ja nun nähfußbreit zusammengenäht. Bei der Walkmütze wähle ich eine keinere Nahtzugabe. Der Stoff ist auch bei guter Elastizität starrer als Jersey. Die Mütze fällt trotzdem klein aus, aber so muss man nicht eine ganze Größe größer nähen. Wollt Ihr die Mütze zB in Größe 38 haben, würde ich Gr. 38/40 wählen, bei Gr. 39 lieber die nächstgrößere.
Auf dem Bild ist es zu sehen: ich nehme etwa die Hälfte der Nahtzugabe und orientiere mich an der Kerbe des Nähfußes. Wenn man die beiden Mützenteile genau aufeinander gelegt hat, kann man auch ganz ohne Probleme so knapp nähen. Ich bin tendenziell steckfaul und der Walk lässt es unproblematisch zu, auch ohne Nadeln die Mützenteile passgenau zusammenzunähen. Wer lieber auf Nummer sicher geht, steckt aber lieber! ;-)


★ Hier seht Ihr, wie knapp die Naht ist - zurückschneiden müsst Ihr diese nun nicht mehr. Dann geht es weiter wie gehabt.


★ Nun sollte die Mütze vor allem von außen gut aussehen, da sie ja nicht gewendet wird. nutzen. Da es nicht ganz einfach ist, das Einfassbündchen vollständig fehlerfrei (vor allem auf der Unterseite der Naht) anzunähen, nähe ich das Bündchen zuerst innen an.



★ Beim Annähen ist es bei der Walkmütze noch wichtiger als bei den Jerseymützen, dass das Bündchen streng nach Paulines Anleitung angenäht wird, sonst wellt sich der Rand sehr unschön - beim Walk sieht das noch unschöner aus als bei Jersey.

★ So, und hier sieht man jetzt, warum es eine gute Wahl war, die Garnfarbe der Stofffarbe anzupassen: Sollte man doch einmal nicht ganz korrekt an der Kante entlang nähen, sieht man dies bei der fertigen Mütze so gut wie gar nicht.

★ An einer Stelle musst Du jedoch genau aufpassen: die Mittelnaht am Vorderkopf ist trotz aller Mühe knubbeliger als bei den Jerseymützen, das bringt das Material so mit sich. Das Problem: der Transport das Stoffes kann an dieser Stelle evtl nicht so gut funktionieren, was bei mir in zahlreichen Fällen dazu führte, dass die Maschine einen Stich ausließ. Und das genau vorn auf der Stirn... :-/
Dies kann man aber vermeiden. Entweder stellt Ihr den Nähfußdruck an dieser Stelle wieder ganz hoch - geht das bei Euch nicht oder reicht das nicht aus, so solltet Ihr an dieser Stelle ganz langsam nähen und ggf den Stoff ganz vorsichig mitschieben.
An der Nackennaht gilt dasselbe.


Das Fingerspitzengefühl wird dann auch von einem Spitzenergebnis gekrönt! ;-)


Aus einem mir unerfindlichen Grund möchte Blogger leider das Ergebnisbild nicht veröffentlichen. Aber fertige Ergebnisse gibt es ja auch ausreichend bei Pauline zu sehen! ;-)



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